Reformer vs. Matte: Welches Pilates passt zu dir?

22. März 2026
·
7 Min. Lesezeit
·Aktualisiert: 22. März 2026
Reformer Pilates Studio mit mehreren Reformer-Geräten

Reformer oder Matte? Wenn du den Unterschied zwischen Reformer und Matten-Pilates verstehen willst, hilft dir dieser Vergleich. Ich habe beides ausgiebig getestet und teile hier meine ehrliche Einschätzung. Spoiler: Ich bin Team Reformer, aber Matten-Pilates hat durchaus seine Berechtigung.

Was ist Matten-Pilates?

Matten-Pilates ist die klassische Form, die Joseph Pilates in den 1920er-Jahren entwickelt hat. Du trainierst auf einer Matte am Boden, nur mit deinem Körpergewicht als Widerstand. Manchmal kommen Kleingeräte wie Bälle, Bänder oder der Pilates-Ring zum Einsatz.

Das Training konzentriert sich auf die Körpermitte (Core), Atmung und kontrollierte Bewegungen. Matten-Pilates kannst du im Studio, im Fitnessstudio oder zu Hause machen. Die Einstiegshürde ist niedrig: Du brauchst nur eine Matte und bequeme Kleidung. Ehrlich gesagt fand ich Matten-Pilates aber immer etwas zäh. Ich musste mich regelrecht zwingen, hinzugehen, weil die Übungen sich schnell wiederholt haben.

Was ist Reformer Pilates?

Reformer Pilates nutzt ein spezielles Trainingsgerät mit einem beweglichen Schlitten, Federn und Gurten. Der Federwiderstand lässt sich individuell einstellen, was das Training intensiver und vielseitiger macht als Matten-Pilates. Über 100 verschiedene Übungen sind möglich.

Als ich das erste Mal auf dem Reformer lag, war das eine echte Offenbarung. Die Maschine zu benutzen macht einfach Spass, die Übungen sind abwechslungsreich, und ich habe mich nach jeder Stunde auf die nächste gefreut, statt mich überwinden zu müssen. Der Reformer führt deine Bewegungen, was besonders für Anfänger hilfreich ist. Gleichzeitig forderst du durch den einstellbaren Widerstand auch als Fortgeschrittener deine Muskeln stärker.

Reformer vs. Matte: Die Unterschiede im Vergleich

Kriterium Matte Reformer
Kosten pro Stunde 12-20 Euro 25-45 Euro
Equipment nötig Nur Matte Reformer-Gerät (im Studio)
Für Anfänger Gut geeignet Sehr gut (geführte Bewegungen)
Gelenkschonung Gut Sehr gut
Muskelaufbau Gering (nur Körpergewicht) Spürbar (variabler Widerstand)
Core-Training Gut, aber repetitiv Sehr gut, bei fast jeder Übung
Abwechslung ca. 50 Übungen über 100 Übungen
Zu Hause möglich Ja Nein (Studio nötig)
Spassfaktor Mittel Hoch
Übertragbarkeit aufs Gym Gering Hoch (ähnliche Bewegungen)

Der grösste Unterschied: Muskelaufbau

Das war für mich der entscheidende Punkt. Beim Matten-Pilates trainierst du ohne Widerstand. Du spürst zwar deine Muskeln arbeiten, aber es fühlt sich nicht nach echtem Muskeltraining an. Nach der Stunde hatte ich selten dieses Gefühl, wirklich etwas geleistet zu haben.

Beim Reformer ist das komplett anders. Durch die Federn und Bänder hast du echten Widerstand. Du spürst es danach, ähnlich wie nach einem Workout im Gym. Klar, der Muskelaufbau ist geringer als mit schwerem Gewicht, aber Reformer Pilates trainiert vor allem die Tiefenmuskulatur, die du mit Hanteln kaum erreichst. Für mich ist das die perfekte Ergänzung zum klassischen Krafttraining.

Perfekte Gym-Ergänzung

Was mich überrascht hat: Viele Übungen auf dem Reformer lassen sich direkt aufs Gym übertragen. Die Bänder und Federn am Reformer funktionieren ähnlich wie der Seilzug oder Kurzhanteln. Die Trainer erklären dabei genau, welche Muskelgruppe gerade beansprucht wird. Das hat mir auch beim Gym-Training geholfen, weil ich die Übungen und Muskelgruppen viel besser verstanden habe.

Ich habe mal eine Freundin mitgebracht, die nur Gym macht und noch nie Pilates probiert hat. Sie hat viele Übungen wiedererkannt, aber danach Muskelgruppen gespürt, die sie im Gym nie gezielt trainiert. "Das ist wie Gym, aber für die Muskeln dazwischen", hat sie gesagt. Fand ich sehr treffend.

Wenn du Gym-Neuling bist, ist Reformer Pilates deshalb ein richtig guter Einstieg: Du lernst Übungen und Muskelgruppen in einem betreuten Setting kennen, bevor du dich an die freien Gewichte wagst.

Core-Training ohne Langeweile

Hand aufs Herz: Wer trainiert im Gym freiwillig Core? Ich war immer zu faul, nach dem eigentlichen Workout noch Bauchübungen dranzuhängen. Beim Reformer löst sich das Problem von selbst, denn bei fast allen Übungen wird der Core mittrainiert, ob Beinarbeit, Armübungen oder Rückentraining. Du bekommst ein vollständiges Core-Workout, ohne dass du dich durch endlose Sit-ups quälen musst. Das gibt Abwechslung und du kannst dich im Gym auf andere Sachen konzentrieren.

Für wen ist was besser?

Matten-Pilates passt zu dir, wenn...

  • Du ein begrenztes Budget hast und trotzdem regelmässig trainieren willst
  • Du flexibel zu Hause oder unterwegs trainieren möchtest
  • Du bereits Pilates-Erfahrung hast und die Grundlagen beherrschst
  • Dir ein minimalistischer Trainingsansatz liegt

Reformer Pilates passt zu dir, wenn...

  • Du intensiveres Training mit spürbarem Widerstand suchst
  • Du auch im Gym trainierst und eine Ergänzung für Tiefenmuskulatur und Core suchst
  • Dir Abwechslung und Motivation wichtig sind
  • Du bereit bist, mehr in dein Training zu investieren

Kann man beides kombinieren?

Absolut, und viele Pilates-Fans machen genau das. Eine beliebte Kombination: 1-2x pro Woche Reformer im Studio für intensives, gerätegestütztes Training, ergänzt durch 1-2x Matten-Pilates zu Hause für Flexibilität und Körperbewusstsein.

Das spart Geld (weniger Studio-Besuche) und gibt dir trotzdem die Vorteile beider Methoden. Viele Studios in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Nürnberg bieten auch Kombi-Abos für Reformer und Matte an.

Was sagen Trainer?

Viele Trainer sagen, dass Matten-Pilates die Grundlage bildet. Die Prinzipien der Atmung, der Core-Aktivierung und der kontrollierten Bewegung lernst du auf der Matte oft bewusster, weil kein Gerät dich unterstützt. Wer beides macht, wird auf dem Reformer schneller besser. Aber, und das ist wichtig: Du musst nicht erst Matte machen, bevor du an den Reformer gehst. Die meisten Studios bieten Anfänger-Kurse an, die alles von Grund auf erklären. Ich selbst bin mit wenig Erfahrung direkt mit dem Reformer gestartet und hatte keine Probleme.

Fazit

Wenn du das Budget hast und ein Studio in der Nähe ist, empfehle ich dir den Reformer. Das Training ist vielseitiger, die Ergebnisse kommen schneller, und der Spassfaktor ist deutlich höher. Besonders wenn du auch im Gym trainierst, ist Reformer Pilates die perfekte Ergänzung für Tiefenmuskulatur, Core und Beweglichkeit.

Du willst Reformer Pilates ausprobieren? In unserem Anfänger-Guide erfährst du alles, was du für die erste Stunde wissen musst. Oder vergleiche direkt die Kosten in deiner Stadt.

Häufig gestellte Fragen

Ist Reformer Pilates besser als Matten-Pilates?

Reformer Pilates bietet mehr Übungsvielfalt, stärkeren Muskelaufbau durch variablen Widerstand und geführte Bewegungen. Matten-Pilates ist günstiger und flexibler. Welches besser ist, hängt von deinen Zielen und deinem Budget ab.

Kann ich als Anfänger direkt mit dem Reformer starten?

Ja. Der Reformer führt deine Bewegungen, was ihn sogar anfängerfreundlicher macht als die Matte. Viele Studios bieten spezielle Einsteiger-Kurse an. Matte-Erfahrung ist nicht nötig.

Ist Reformer Pilates eine gute Gym-Ergänzung?

Ja, sogar eine sehr gute. Reformer Pilates trainiert die Tiefenmuskulatur und den Core, die beim klassischen Krafttraining oft zu kurz kommen. Viele Übungen auf dem Reformer lassen sich direkt aufs Gym übertragen.

Was bringt mehr Ergebnisse: Reformer oder Matte?

Bei gleicher Trainingsfrequenz bringt der Reformer in der Regel schnellere Ergebnisse, da der variable Federwiderstand die Muskeln stärker fordert als reines Körpergewichtstraining auf der Matte.

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